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Erfrischend anders

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Liebe und Lust, zwei, die zusammengehören wie Tim und Struppi, Urs und Berna oder Polo und Sonnenbrille. Ein Selbstverständlichkeit sollte man meinen, für unsere Generation der 50plüsler, die wir uns so gerne als aufgeklärte Ex-Blumenkinder sehen. Und dennoch: Was in unseren Schlafzimmern abgeht (oder auch nicht) geht nur uns etwas an, bloss nicht darüber reden und wenn, dann nur beim intimen Gespräch mit dem allerbesten Freund, respektive der Freundin.

Am Kiosk steigt uns die Schamesröte ins Gesicht wenn wir mal eine “Cosmopolitan” kaufen und bestandene Männer kichern immer noch wie Schulbuben über schlüpfrige Witze, die meist noch nicht mal komisch sind. Die Erotikmarkt-Inserate im Berner Bär umschiffen wir in der Regel grosszügig weil peinlich berührt und doch, manch eine/r hat sich wohl insgeheim schon gefragt, wozu um alles in der Welt all die hochinteressant aussehenden Gerätschaften gut sein könnten, die daselbst oder in den Auslagen irgendwelcher Schmuddelshops angepriesen werden.

Dann, kürzlich die Offenbarung und die Antworten auf all meine geheimsten Fragen. In allerbester Gesellschaft erst noch. Ort des Geschehens: Die Neueröffnung des “anderen” Erotikshops für Frauen (Männer durften/dürfen auch). Im “Planet Love herrschte schon reges Treiben (nein, nicht was SIE jetzt denken): stylisches Jungvolk einträchtig mit extravaganten, sündhaft teuer gekleideten Ladys, arrivierten Architekten und jungen Eltern samt 2 Bébé’s – am Cüplitrinken, diskutieren, ausprobieren, letztere am Schlafen. Von Schlafen war hingegen bei uns nicht die Rede, wir waren viel zu erpicht darauf, die Gelegenheit weidlich zu nutzen und endlich mal zu ergründen, worum es sich bei all den geheimnisvollen Auslagen denn nun handeln möge. Ich will hier nicht ins Detail gehen, nur soviel sei erwähnt: Wir haben ALLES angefasst, eingeschaltet, studiert und beschnuppert was nicht niet- und nagelfest ist und so manches, was bisher im Dunkeln lag, hat sich uns erhellt. Gekichert haben wir natürlich auch ein bisschen – zugegeben. Und zwischendurch immer mal wieder eines der wundervollen Amuse-bouches genossen und ein bisschen mit der ebensolchen Gastgeberin geplaudert. Fazit: der Abend war ertragreich und es gibt in Bern definitiv einen Planeten, auf dem die Erotik ein stilvolles Zuhause gefunden hat.

Michèle Freiburghaus

geschrieben für baernbox

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